Was für eine Unternehmerin möchte ich sein?

Also habe ich angefangen, mich umzusehen. Was gibt es eigentlich da draußen für Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ohne ständig Zeit gegen Geld zu tauschen?

Erster Anlaufpunkt: Online verkaufen.

Ich habe recherchiert, was es da für Angebote auf dem Markt gibt. Oho! Na, da gibt es ja Blender, und da werden Preise aufgerufen, um sich schulen zu lassen – unglaublich.

Das war der Punkt, an dem ich mich entscheiden musste. Oder sollte ich besser sagen: wollte.

Was für eine Unternehmerin möchte ich denn sein?

Mit einem bestehenden System möglichst viel Umsatz machen – machen die anderen doch auch. Wenn ich es nicht mache, dann halt jemand anderes. Wir kennen diese Sätze alle!

Dann wäre ich da angekommen, wo andere vor mir schon waren: finanziell abgesichert und die Anforderungen an die Allgemeinheit anpassen. Läuft doch!

Das ist sehr verlockend und sehr menschlich, und deshalb hat es sich ja auch etabliert. Wie sagen Freunde von mir immer: „Die Langholz wieder, immer noch den Idealen aus der Jugend nachlaufend. – Werd mal erwachsen, Mädchen!“

Sie haben recht, ich hatte schon immer Ideale. Mit dem Alter hat sich geändert, dass ich sehe, wo diese Ideale an die Grenzen der Realität stoßen. Aber ich habe es nie so weit kommen lassen, sie an der Realität zerschellen zu lassen.

Ich möchte eine Unternehmerin mit ethischen Grundsätzen sein.

Im Gegensatz zu den anderen Unternehmern?!

Nein – mit meinen eigenen Grundsätzen.

Ich hoffe sehr, ich kann sie auch bis zum letzten Tag hochhalten.

Also suchte ich weiter.

Zweiter Anlaufpunkt: Den Husaren da draußen etwas entgegenstellen.

Meine Idee war, Menschen dabei zu unterstützen, sich mit ihrem Wissen, ihrem Lebenslauf und in ihrem eigenen Tempo ein zweites Standbein aufzubauen. Menschen, die zwar bis 70 arbeiten sollen, deren Rücken – als Beispiel – aber schon seit fünf Jahren nicht mehr mitspielt und die erst um die 55 sind.

Menschen, die in ihrem Job keine Rücklagen in der Höhe bilden können, wie sich die Politik das so vorstellt. Die einen Plan B brauchen, der nicht das Blaue vom Himmel verspricht – mit der schicken Skyline von Dubai im Hintergrund –, sondern auch ehrlich sagt, dass es niemals eine Garantie gibt und dass auch so ein Weg Arbeit, Zeit und eine gewisse Investition benötigt.

Also habe ich recherchiert, wie andere das so machen.

Und genau dabei stieß ich auf etwas, das mit meiner ursprünglichen Idee eigentlich gar nichts zu tun hatte.

Es gab einen Kurs zum EU AI Act. Fast 800 Euro sollte er kosten und angeblich vor Strafen von bis zu 35 Millionen Euro schützen – auch Drei-Mann-Betriebe.

Ich wurde neugierig.

Was ist das eigentlich für ein Gesetz, bei dem solche Zahlen im Raum stehen?

Also fing ich an zu lesen.